Projektregion Soest

Zielart in der Projektregion im Kreis Soest ist die Gelbbauchunke. Sie hat hier nur dank der Schutzmaßnahmen der letzten Jahre noch drei bedeutende Vorkommen. In der Projektregion liegen drei Projektgebiete. Im Rahmen von LIFE Bovar sollen neue Kleinstgewässer geschaffen werden sowie der Landlebensraum der Art optimiert werden. Ziel ist es, die Populationen der Gelbbauchunken zu erhöhen und so die Art in einen günstigen Erhaltungszustand zu bringen.

Projektgebiet NRW 4 "Pöppelsche Tal"

Das „Pöppelsche Tal“ ist das bedeutendste Schleddental der Hellwegbörde. Als Schledden bezeichnet werden periodisch wasserführende, teilweise stark in den Kalkuntergrund eingetiefte Trockentäler. An den Hängen finden sich vor allem Halbtrockenrasen und Grünland, von Hecken gesäumt, aber auch kleine Feldgehölze und Baumreihen. Historisch besiedelten die Gelbbauchunken hier die Fuhrten und Fahrspuren, welche durch eine einst intensivere Nutzung des Tales entstanden. Nach Aufgabe dieser Nutzung verschwanden diese wichtigen Lebensräume und die Unken leben heute in eigens für sie angelegten Kleinstgewässern. Ein Teil der Fläche wird heute nach einem Pflegekonzept als Hudeweide von Schafen beweidet. Eine weitere Fläche wird durch eine ganzjährige Beweidung mit Exmoorponies und Heckrindern offen gehalten.

 

Projektgebiet NRW 5 "Manninghofer Bach sowie Gieseler und Muckenbruch"

Das Gebiet umfasst mehrere relativ naturnahe und strukturreiche Fließgewässer mit Kiesbänken, Grünland und Kopfbäumen sowie in den Niederungen zwei Niedermoore mit einem Mosaik aus Grünland, Schilf und Feuchtwald. Die Gelbbauchunke profitiert von einem kleinflächig betriebenen Torfstich, durch den immer wieder temporäre Kleinstgewässer entstehen. Im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung wurde der Wasserhaushalt optimiert und einige Bereiche wiedervernässt, wovon auch die Unken profitieren.

 

Projektgebiet NRW 6 "Büecke und Hiddingser Schledde"

Der ehemalige militärische Standortübungsplatz ist heute eine arten- und strukturreiche Mosaiklandschaft mit magerem Offenland, Laubwäldern sowie Buschland. In der militärischen Nutzung wurde das Gebiet vor allem durch das Befahren mit dem Panzer offen gehalten und es entstanden viele verdichtete Fahrspuren, in welchen sich bei Regen Wasser sammeln konnte. Die Gelbbauchunken wie auch andere Amphibien fanden hier optimale Bedingungen. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung wird das Gebiet heute von halbwilden Taurusrindern und Konikpferden offen gehalten. Speziell für die Gelbbauchunke wird regelmäßig ein Teil des Gebiets mit schwerem Gerät befahren, um kleinflächig Fahrspuren für die Unken zu schaffen.