Neue Laichgewässer für gefährdete Amphibien im Steinbruch Salzhemmendorf

NABU-Projekt LIFE BOVAR und Lhoist Germany Rheinkalk GmbH setzen Artenschutzmaßnahmen in Salzhemmendorf um.

Rinteln, Hannover, Salzhemmendorf – Das Amphibienschutz-Projekt LIFE BOVAR des NABU Niedersachsen ist in die zweite Maßnahmensaison gestartet. Die erste Großmaßnahme fand in Salzhemmendorf statt. Hier wurden Ende November, in Kooperation mit der Lhoist Germany Rheinkalk GmbH, zahlreiche Laichgewässer für Amphibien optimiert und neuangelegt. Von den Maßnahmen sollen insbesondere die Geburtshelferkröte und die ebenso zunehmend gefährdete Kreuzkröte profitieren.

Innerhalb einer Woche Ende November wurden in zwei Steinbrüchen bei Salzhemmendorf vorhandene, mit Schlamm zugesetzte Kleingewässer ausgebaggert, Erdwälle zum Aufstauen von Wasser angelegt und zudem drei Betonbecken im gesamten Steinbruchbereich eingebaut. „Wir freuen uns sehr darüber, dass uns von Seiten der Rheinkalk GmbH das Vertrauen entgegengebracht wurde und wir hier alle notwendigen Maßnahmen ergreifen durften, um zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt beizutragen“, so Projektmitarbeiter Bruno Scheel. Die Betonbecken bieten insbesondere in den Trockenperioden immer noch gute Möglichkeiten zur Fortpflanzung für Geburtshelferkröte & Co. Unterstützt wurde die Maßnahme durch die Befüllung der Betonbecken durch den landwirtschaftlichen Betrieb Hofspiegelberg.

 

           Einbau Betonbecken / NABU Kim Fasse

 

           Befüllung Betonbecken Hofspiegelberg / NABU Bruno Scheel

 

Die Geburtshelferkröte kommt an verschiedenen Stellen in dem weitläufigen Steinbruchareal vor. Durch die Trockenheit der letzten Jahre fehlen der Art mittlerweile tiefe Dauergewässer in dem Steinbruch, auf welche insbesondere die Kaulquappen, die auch im Wasser überwintern können, angewiesen sind. Die Kreuzkröte, als zweite wichtige Zielart der Maßnahme, hat in dem Kalksteinbruch eines ihrer wenigen Vorkommen im Niedersächsischen Berg- und Hügelland. Im Gegensatz zu der Geburtshelferkröte ist sie auf regelmäßig trockenfallende, temporäre Gewässer spezialisiert, welche nach Regenfällen entstehen. Aufgrund der Trockenheit hatten auch ihre Kaulquappen in den letzten zwei Jahren im Steinbruch wenig Möglichkeiten zur Entwicklung. Aus diesem Grund waren die mehrtägigen Maßnahmen in dem Steinbruch für beide Arten unausweichlich, um die Populationen der gefährdeten Arten zu erhalten. „Wir begrüßen die Umsetzung der Maßnahmen zur Förderung der gefährdeten Amphibienarten hier im Steinbruch“, sagt David Gaczek, Werksleiter des Werkes Salzhemmendorf, Rheinkalk GmbH.

 

Das Vorkommen der beiden Amphibienarten in dem Kalksteinbruch der Lhoist Germany Rheinkalk GmbH ist schon länger bekannt. Ebenso wie auch der zunehmende Rückgang der Arten im Allgemeinen. Insbesondere die Dynamik durch Abbautätigkeit fördert die Entstehung neuer Lebensräume für die Arten. Zum Schutz von Geburtshelferkröte und Kreuzkröte wurde deshalb bereits im Jahr 2016, in der Antragsphase für das LIFE-Projekt BOVAR, verständigt, dass der Steinbruch in die Projektgebietskulisse mit aufgenommen werden konnte. 

 

„Für die Zukunft wünschen wir uns die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit. In einem nächsten Schritt soll eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem NABU Niedersachsen und der Lhoist Germany Rheinkalk GmbH geschlossen werden, um das kontinuierliche Arten-Monitoring und die Maßnahmenumsetzung fortzuführen“, erläutert Projektleiter Christian Höppner.

 

Die Kosten der Maßnahme wurden in vollem Umfang durch das Projekt LIFE BOVAR des NABU Niedersachsen getragen.